Schicksalsschlag - und nun?

Zum fünften Mal jährt sich nun die Zeit, an dem ich meinen Gefährten und allerbesten Vater meiner Kinder an eine schreckliche Krebserkrankung verloren habe. Diese Lebensgeschichte gehört seither zu mir und meiner Familie und ich muss mich immer mal wieder damit auseinander setzten. Therapie ohne Therapeuten.

Anfangs habe ich nur funktioniert. Ich hatte die Verantwortung für meine beiden studierenden Kinder, ein Haus und einen Job. Pragmatisch setzte ich mich täglich mit allen administrativen Aufgaben auseinander, bis in die späten Abendstunden. Ein Jahr lang. Ohne an mich zu denken. Es hat funktioniert, echt. Ich war zufrieden, dass ich es geschafft hatte, alles zu managen. Dabei war es wohl wichtig, mir vor Augen zu halten, was ich kann und was ich nicht allein schaffe. Ich habe mich von Dingen getrennt oder die Hilfe meiner Familie in Anspruch genommen.

Gute Ratschläge von Bekannten und Kollegen haben mich nicht erreichen können, im Gegenteil. Ich war schockiert von Aussagen: „Du hast es irgendwie gut, dein Mann ist tot. Ich muss mich jeden Tag mit meinem geschiedenen Partner nervig auseinander setzten.“ Sollte das etwa ein Trost sein?

Ich habe auf meine eigene Kraft gesetzt: Habe zurück geblickt und 23 Jahre, die mein Leben mit all den schönen Erinnerungen positiv geprägt haben, gesehen. Dafür bin ich dankbar und trage dieses GLÜCK in meinem Herzen. Das ist unvergesslich und von unermesslichem WERT.

Es begann eine neue Zeit, in der ich wieder zu mir fand. Wer bin ich, was will ich?

Ein erster Schritt war ein Blick in meinen Kleiderschrank. Ein neuer Schrank mit den ersten neuen Kleidungsstücken war die Folge. Fein sortiert und übersichtlich. Ich musste mich ja erst mal anfreunden mit meinem neuen Mut zu mir. Und es machte immer mehr Spaß, andere Style-Richtungen auszuprobieren. Meine Tochter unterstützte mich mit kritischem Blick. Und so fand ich auch zu meinen selbstbewussten ICH zurück.

Das Schicksal hatte noch eine fast unbeschreibliche und  beglückende Überraschung für meine Seele vorgesehen, aber davon das nächste Mal ...

 

Vergissmeinnicht
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